Sonntag, 6. März 2016

Chiang Mai

Bangkok haben wir mit dem Nachtzug verlassen. In 13 Stunden ist Chiang Mai zu erreichen, das verschlafen an einem Fluss liegt. Während ich die Stille am Morgen genieße, dudelt im Nachbarsgarten schon ein Radio. Mein Hostel, das auch am Fluss liegt schläft noch, nur hinter mir im Garten macht jemand Yoga und der Hund spielt mit den Überresten der nächtlichen Party. Ich habe nicht mitgefeiert, zu wichtig ist mir morgens ausgeschlafen zu sein.

Nachdem ich schon zwei Tage hier verbracht habe, ist mir gestern plötzlich klar geworden wo ich bin und das dies die Reise ist, die ich so lange schon machen wollte. Es fühlt sich anders an, als ich es mir vorgestellt habe. Manchmal finde ich Ruhe. letztens bin ich auf der Veranda am Wasser eingedöst und von Musik, die über den Fluss zu uns rüberschwebte geweckt worden. Die Ruhe, Euphorie und den Spaß, den ich mir vorgestellt habe, sind noch von dem ständigen Suchen nach Essen überlagert. Dass es nervt, kann auch mein gewohntes Frühstück mit Chia, Kaffee und Obst nicht ändern. Leider schmeckt auch das Brot hier komisch. Aber noch bin ich nicht verzweifelt. Sojakakao ist auch sättigend!

Die Mönche auf der anderen Seite des Flusses sind genügsam. Die Menschen spenden ihnen täglich Essen und andere Dinge des täglichen Lebens. Es ist ein miteinander denn die Möche dürfen selbst nichts erwerben und Essen zu spenden gibt gute Punkte für's Karma Konto. Auch Lars und ich haben schon gespendet. Mit einem Bekannten von Lars fahren wir zu Waldmönchen in der Umgebung von Chiang Mai. Die Mönche dort sind besonders. Sie sind sehr bescheiden, freundlich aber auch zurückgezogen. Ihre Gegenwart wirkt sehr beruhigend statt verunsichernd. Die Stadtmönche leben ganz anders als die Waldmönche. Ihre Tempel sind reich mit Ornamenten, Glas und Spiegeln verzehrt. Gold und Rot sind dominierende Farben aber auch erdigen Rotklinker findet man oft. In vielen Tempeln sind die Tiere der Tierkreiszeichen zu finden. Ich habe nachgelesen,1987 ist das Jahr des Hasen. Es passt nicht so optimal zu mir; das Jahr des Tiegers dagegen passt wie die Faust auf's Auge. Auch Buddhistische Horoskope sind nicht unfehlbar. ;) Auch wenn es nicht ganz passt, es ist interessant welche Attribute die Buddhisten Menschen aus verschiedenen Geburtsjahrgängen zugeordnet haben.

Nach Karma sammeln und Tempel bestaunen geht es weiter... zu einem Tempel. Diesmal allerdings auf dem Doi Suthep, der Berg der Chiang Mai auf der anderen Seite begrenzt.  Der anstrengende Aufstieg wird mit einem imposanten Blick auf die Stadt wieder gut gemacht. Ausflüge in Thailand sind eher hektisch. Hinfahren, kurz umgucken und dann gleich wieder zurück. Da wir eh schon knapp dran sind, wird auf dem Doi Suthep nur fix drei mal um die Pagoda gelaufen, Blumen, Kerzen, Räucherstäbchen und 40 Bat werden gespendet und schon sind wir wieder auf dem Weg in die Stadt. Schnell noch ein vegetarisches Essen genießen und ab zur Straße - dort sind wir mit einer Professorin verabredet, die Lars kennen gelernt hat. Sie will uns ein Erbeerfeld zeigen, das eine ihrer Schülerinnen betreibt. Dort angekommen sind wir in den Erdbeerberg geklettert, haben reife und fast reife Beeren gepflückt. 30 Minuten später ist schon wieder Aufbruchstimmung. Trotzdem ein Highlight, da ich in Deutschland noch nie auf einem Erdbeerfeld gewesen bin. Als wir fahren wollen kommen noch Elefanten die Straße entlang. Zuerst ein einzelner mit einem Reiter, dann noch eine Gruppe. Mütter mit süßen kleinen Babyelefanten, europäische Reiter und thailänidische Elefantenführer. Ein wirklich wunderbarer Tag in Chiang Mai.

Kaum zu glauben, dass dieser Tag noch besser werden würde. Mitten in der Stadt habe ich plötzlich wieder Internet. Hanna hatte mir eine ganze Flut aufgeregter Nachrichten geschrieben die nun ankommen. ASF hat die Rückmeldungen verschickt. Schneller habe ich meine Mails wohl noch nie gecheckt. Und da ist sie: meine Zusage! Mitten in Chiang Mai habe ich erfahren, dass alle meine Pläne aufgehen, das ich ein Jahr in diesem wunderbaren Land leben werde. Die Ernüchterung kommt schnell, denn ich werde nicht nach Tel Aviv geschickt. Das hatte ich so sehr gehofft. Am Strand liegen, mit Hanna in einer WG wohnen, und ein ganz wundervolles Jahr verbringen - zusätzlich noch all die Erfahrungen aus dem Arbeitsleben dort. Hanna ist im gegensatz zu mir fast ausgeflippt vor Freude. Ich werde in Yad Vashem arbeiten. Sie findet es wahnsinnig aufregen, doch der Funke springt noch nicht über. Ich rede mir ein, dass es eine unfassbare Chance ist.
Die überwältigende Freude kommt erst am nächsten Tag. Ich rede von Bangkok und sage Tel Aviv, platze vor Freude und überschlage mich fast bei dem Gedanken an all die Chancen, die sich durch diese Zusage ergeben.

Mittwoch, 2. März 2016

Ruhe? Gibts nicht!

Die letzten paar Tage habe ich vorwiegend im Hostel verbracht. Bangkok ist mir einfach zu laut und voll. Auch wenn es nicht gerade leise ist, wenn ich es mir auf meinem Hocker vor dem Hostel in der Morgensonne bequem mache, bin ich doch nicht Teil des Chaos. Anfangs habe ich noch ein paar Touristenspots mit Lars und Mon erkundet - mit dem Boot über den Fluss zu What Pho zum Beispiel. Der liegende Buddha und die reich verzierten Giebel und Pagoden der Tempel sind sehr beeindruckend und die Wohngegend dort beruhigend ruhig und unaufgeregt. Mit Lauryn, meiner Zimmernachbarin aus Thaiwan, habe ich mir China Town angeschaut. Lindy Hop habe ich auch mit Lars zusammen ausprobiert - eine Empfehlung von Mon und Liebe auf den ersten Blick für uns. Hier lernt man viele weltoffende Menschen kennen,  die ich gerne wieder treffe. Sicher werden ein paar schöne Freundschaften auf diese Weise entstehen. Nur zum Tanzen bin ich vielen Thais wohl nicht geheuer. Könnte an meinem ausgeprägten Hang zur Tollpatschigkeit liegen.

Gestern bin ich einmal um den Block gelaufen hier. Neben dem Ghost Tower, der gleich hinter unserem Hostl steht, gibt es eine ganze Straße voll mit Schulen, die sich aneinander reihen. Nachmittags gegen halb vier kommen die Schüler alle aus den Gebäuden, steigen auf motorcicle taxis, spielen verstecken hinter tuk tuks und belagern die Essensstände. Direkt im Anschluss Kläranlagen, Müllhalden, Schnellstraßen und Wohnviertel die aussehen als hätte man Schuhkartons wild aufeinander gestapelt. Noch eine Sandfabrik und ein überraschend westliches Café und ich bin wieder am Hostel angekommen. 20 Minuten weg in der Nachmittagshitze und ich brauch wieder erfrischung durch die Klimaanlage. Zeit mal etwas über den Ghost Tower heraus zu finden. ZInzwischen von der Polizei bewacht ist er seit 20 Jahren das Relikt eines ungleichen Rechtsstreits und der thailändischen Finanzkrise. Vor gut zwei Jahren hat sich dort ein schwedischer Backpacker das leben genommen. Gefunden wurde er mitten in der Nacht von einem Fotografen, der eigentlich nur das Feuerwerk des Festtags von dort aus festhalten wollte. Er ist nicht der Einzige, denn das 49 stockwerk hohe Gebäude in Flussnähe gewährt denen einen überwältigenden Ausblick, die den 30 minütigen Aufstieg durch Bauschutt  und Grafitti bewältigen. Das zieht jeden Tag viele junge Menschen an. Auch der Schwede ist keine Ausnahme. Viele Thais halten sich lieber von dem Gebäude fern, das so schnell auch nicht fertig gestellt werden wird.

Beim sitzen vor dem Hostel schweifen meine Gedanken zu all den Dingen die bald kommen. Hanna hat schon ihre Zusage für Israel - am 7. März kommt sie hoffentlich per Mail auch zu mir. Trotz der vielen Zeit habe ich mein Hebräischbuch noch nicht angefasst. Zu viele Gedanken schwirren in meinem Kopf herum. Es geht um meine Zukunft und die muss ich aktiv planen - auch wenn noch so viel Zeit zu sein schein. Im Fokus stehen neben dem Hebräisch lernen noch ein Back-Workshop in Chiang Mai, in dem es um natürliche Hefen aus Früchten und die Arbeit in einem philanthropischen Projekt rund um eine Kaffee Initiative in Laos. Ich hoffe, dass mich beides sehr viel weiter bringen wird denn dann tue ich Dinge, die ich sehr liebe.

Sonntag, 28. Februar 2016

Alles für die Mönche, alles für den Club

Zweiter Versuch.. der erste ist im Nirvana verschwunden. Jetzt bin ich auch wacher als eben noch, als ich zu schreiben begonnen habe. Vor einer halben Stunde saß ich mit meinem Kaffee von zu Hause (der anders schmeckt als zu Hause) und einem Klumpen Heimweh im Bauch an meinem Tischchen im Eingangsbereich vom Bangkok Hub Hostel, habe mich in meine viel zu warme pinke Fleecejacke gekuschel und von meinem Sofa geträumt, auf das ich mich jetzt mit Kaffee und leckeren Pfannkuchen kuscheln würde. Geht nicht, wohnt ja jemand anderes drin und ich sitze in dieser übervollen, nieschlafenden Stadt. Inzwischen haben sich der Hostelbesitzer, ein Australier und ein anderer Thai zu mir gesellt, alle friemeln an ihren Handys rum und ich höre Musik über meine Kopfhörer, die ich zu Hause vermutlich nie anmachen würde. Ein bisschen alone time tut trotzdem gut, Lars chillt noch im Mädchenschlafsaal, den wir kurzerhand in einen mixed dorm umgewandelt haben.

Ich hatte begonnen von meinen ersten aufregenden Tagen in dieser blinkenden Millonenstadt zu schreiben, die wie ein unorganisierter Ameisenhaufen wirkt. Nach 32 Stunden auf den Beinen bin ich in das von Lars gebuchte Bett gefallen und habe mich gut ausgeschlafen - etwa 7 Stunden lang. Nach meiner Ankunft am Flughafen (stilecht mit Schild stand Lars in der Eingangshalle) habe ich erste Bangkokluft geschnupert und einen Papayasalat mit Ei (gekocht und halbiert) und sticky rice (aus der Tüte) gegessen. Ganz schön viele Eindrücke. Wo ich mich befinde habe ich erst einige Tage später wirklich realisiert ("oh krass, so siehts hier aus? das hab ich alles gar nicht gesehen").

Rasen durch Bangkok am Samstag. Zur Wäscherei, zur Post, zum Schneider und zu Freunden von Lars. Doch morgens haben wir uns zunächst mit Marco getroffen. Er ist der Kameramann, den Lars am Tag zuvor am Tempel kennen gelernt hat. Wir waren an zwei Tempeln in Bangkok, Lars hat viele Fragen beantwortet, viel erzählt und ist viel gefilmt worden. So war das eigentlich nicht geplant. Totmüde bin ich nach diesem ersten richtigen Tag wieder in mein Bett gefallen.
Ohne das passende Outfit für den Tempel und wieder in Hektik (weil wir ausverschlafen haben) ging es mittags zum Dhammakaya Tempel, nördlich von Bangkok.

Das Buddha Fest am Tempel ist ein riesiges happening. 100.000 Menschen sind gekommen heißt es. Wir treffen uns um 6, bereiten alles vor, lassen uns herum kommandieren von einem General in weiß und werden von Marco verkabelt. Dann geht es los. In einer Zeremonie wird morgens um 7 im Gleichschritt meditiert und den Möchen gespendet. Im Anschluss Freizeit für alle und Frühstück in unterschiedlichen Variationen (Frühstück in der vip-lounge mit Tischservice vs. föhliches essen auf dem Boden mit den freiwilligen Helfern am Tempel). Auch das weitere Programm gibt es immer in zwei verschiedenen Variationen. Massenmeditation mehrfach am Tag (spannend ist, dass 80% der Teilnehmer dabei einschlafen und sich bei genauer Beobachtung plötzlich lauter lustig zuckende Köpfe in der Masse zeigen), Essensausgabe und Geldspenden (Durchsage: "Bitte achten Sie darauf, dass die Umschläge für die Geldspende auch tatsächlich mit Geld gefüllt sind"). Zwischendurch die Möche grüßen, alles andere wäre sehr unhöflich. 'Elisa und Lars am Dhammakaya Tempel' gibt's im Farbfilm am 1. März bei Gallileo im Vorabendprogramm, Marco hat alles mitgeschnitten. Wir tragen die im Tempel übliche Kleidung - total hipp. NICHT! Die Zeremonie am Abend soll das Highlight des Tages werden. Alle fiebern darauf hin, man kann es spüren denn überall alufen die Vorberietungen. Lisbeth, die Koordinatorin aus der Schweiz, extra für 12 Minuten Film eingeflogen, ist weniger koordiniert als reichlich pikiert. Ihr Mantra ist "man kann es nicht planen. Es passiert und dann muss man hinrennen" - hat bestens geklappt. Zwischendurch hat sie wahlweise Marco, Mon oder Lars und mich angemeckert. Da wir sie nie wieder sehen werden stört es mich nicht besonders - außerdem ist es unterhaltsam. Nach weiteren Mönchsgesängen, Meditation, dem Entfachen des Hauptfeuers und der Umrundung der Pagoda (mehfach, auf Leinwänden können es alle mitverfolgen) durch Mönche und Freiwillige, das das wieder durch Mönchgesänge getragen wird, ist es endlich soweit. Die Lichter, die rund um die Pagoda aufgestellt wurden, sollen angezündet werden. Inzwischen ist die Sonne unter gegangen, die Pagoda strahlt wie ein riesiges, godenes Ufo. Lisbeth will, dass wir so tun als wären wir Freiwillige, die das Feuer zu den Teilnehmern bringen. Da nichts geplant ist, rennen wir einfach los, sind nicht erfolgreich und rennen zurück zu unserem Platz.  Wenigstens unser Licht sollen wir vor der Kamera anzünden. Dumm gelaufen - das Licht ist schon von Freiwilligen angezündet worden - es soll ja keine dunklen Flecken im Bild geben, wenn die Drohne von oben Bilder mach. Kurzerhand bläst Lisbeth, die immer auf die Achtung der Gesetze und Gepflogenheiten bedacht war, das Licht wieder aus. Lars und ich dürfen es mit geliehenem Feuer vom Nachbarlicht noch einmal für die Kamera anzünden. Läuft! Als wäre es noch nicht genug kommt nun der Oberguru der Gruppe. Die Security schirmt den Mop ab, nur wer ein VIP Ticket hat darf rein. Lisbeth ist fest davon überzeugt, dass sie selbst unser VIP Ticket ist - läuft nicht so gut. Keiner kennt sie, also ist auch kein durchkommen. Wir sehen ihn nur von weitem, und Marco wittert seine Chance - wir posieren mit dem Oberguru von wo auch immer, der mit Gläubigen vor der goldenen Pagoda chantet. Auch gutes, wenigstens passiert etwas - es ist schon absurd, wenn ein Atheist mit buddhistischen Gläubigen betend (heißt das so?) gefilmt wird und die Handbewegungen nacharmt. Noch absurder ist es, dass ich quasi jeden Scheiß bereitwillig mitmache, weiß wie bescheuert ich aussehe und zu erschöpft bin vom Tag, um mich noch zu wehren. Genießt den Lachflash beim Gucken von Gallileo ;)

Kaum zu glauben, dass gerade mal 3 Tage vergangen sind, seit ich in Thailand angekommen bin. Die nächsten Tage sind erfrischend ereignislos. Wir verbringen noch einen Tag im Tempel - Lars führt Interviews, ich ziehe mich zurück. Keine Minute habe ich alleine Verbracht. Gechlafen und gegessen wird immer in Gemeinschaft - und in Gemeinschaft schlafen heißt auf einer Matte in einem Schlafsaal. Acht Gänge mit je 14 Betten. Ja, tatsächlich hab ich mit knapp 112 Menschen zusammen in einem Raum geschlafen. Ich liebe den Erfinder von Oropax! Ich liebe auch das Cafe ohne Toilette knapp 10 Meter vor dem Tempelgelände - ich bin einfach nicht dafür gemacht ständig mit fake-lächeln und in Uniform herum zu laufen, dankbar zu sein und etwas für meinen murrid zu tun. Abends geht es nach Bangkok und so sehr mir diese Stadt auf die Nerven geht, so froh bin ich endlich wieder in Ruhe gelassen zu werden. Da sitze ich jetzt immer noch. Die Erinnerung an die Zeit hat mir mein Heimweh etwas genommen und ich freue mich wieder über die Zeit, die ich in Bangkok mit Lars und Mon verbracht habe.

Mit dem Boot den Fluss hoch fahren, den liegenden Buddha und die umliegenden Tempel und Straßen anschauen, Essen von kleinen Garküchen kaufen und probieren. Es gibt nicht vieles, das mich wirklich umhaut beim Essen und doch ist ab und zu etwas wirklich köstliches dabei. Dann gibt es Lindy Hop und und sogar ein Festival etwas außerhalb. Ziemlich cool und plötzlich lerne ich Thailands Mittel- und Oberschicht kennen und lieben. Offene freundliche Menschen die nicht vor Lachen und Scham zusammen brechen weil sie mal ein Wort auf Englisch gesagt haben. Ich weiß, die anderen können nichts dafür aber es ist trotzdem sehr anstrengend. Meine Flucht vor der westlichen Kultur endet darin, dass ich mich im internationalen Umfeld doch wieder am wohlsten fühle.

Dienstag, 2. Februar 2016

down the rabbit hole

Es ist Montag, der erste Tag des neuen Lebens.  Ich fühle mich ein bisschen als wäre ich wie Alice in einer wunderbar verrückten Welt gelandet, die erkundet werden will. Doch noch sitze ich fest im Haus des Märzhasen; Hutmacher und Hase an meiner Seite, die mir Wein anbieten,  den es nicht gibt. So fühlt es sich wenigstens an. Surreal nennt man das wohl. Die Welt kann so verrückt sein. Arbeitsvertrag und Verpflichtungen gibt es nicht, ich hatte wunderbaren Besuch und Lust zu verreisen. Doch dieses neue Leben startet auch mit einem Arztbesuch, Antibiotika und einem verschobenen Flug. Ein bis zwei Wochen muss ich länger in Deutschland bleiben.  Tief durchatmen, von der Stiefmami trösten lassen und sich fragen was ein Rabe mit einem Schreibtisch gemeinsam hat. Danke Hutmacher, für diese tiefgründige Frage.


abwarten und tee trinken

Ab auf's Sofa, Ingerwertee trinken, Bücher, Reiseführer, Bloggs und Hebräischtrainer lesen und stumpf das Fernsehprogramm über sich ergehen lassen ohne sich zu fragen wie zum Teufel Guido Maria Kertschmar das Kommentieren der verbalen Dummheiten der Shopping Queen Kandidatinnen erträgt. Gut, jeder so wie er kann.. und ich kann kann gerade eben nur auf dem Sofa rumhängen.

Mehr Zeit, das Leben danach vorzubereiten um entspannt und noch gespannter in die Reise starten.  Trotzdem bleibt die Traurigkeit darüber, dass ich wertvolle Reisezeit mit Lars verliere und so voller Tatendrang gewesen bin. Dafür habe ich Katharina und Julia noch einmal gesehen, meine Wohnung ausgeräumt und Zeit mit Papa und Roswitha verbracht.

Und es fängt trotzdem schon an, das neue tolle Leben. Sorgen, Ängste, Selbstzweifel die ich ich früher oft hatte haben sich in Luft aufgelöst. Die Reise kann kommen, die neuen Erfahrungen erwarte ich ganz aufgeregt. So sehr ich mich auf neue Menschen und Erfahrungen freue, so sehr vermisse ich jetzt schon all die lieben Menschen um mich herum.