Die letzten paar Tage habe ich vorwiegend im Hostel verbracht. Bangkok ist mir einfach zu laut und voll. Auch wenn es nicht gerade leise ist, wenn ich es mir auf meinem Hocker vor dem Hostel in der Morgensonne bequem mache, bin ich doch nicht Teil des Chaos. Anfangs habe ich noch ein paar Touristenspots mit Lars und Mon erkundet - mit dem Boot über den Fluss zu What Pho zum Beispiel. Der liegende Buddha und die reich verzierten Giebel und Pagoden der Tempel sind sehr beeindruckend und die Wohngegend dort beruhigend ruhig und unaufgeregt. Mit Lauryn, meiner Zimmernachbarin aus Thaiwan, habe ich mir China Town angeschaut. Lindy Hop habe ich auch mit Lars zusammen ausprobiert - eine Empfehlung von Mon und Liebe auf den ersten Blick für uns. Hier lernt man viele weltoffende Menschen kennen, die ich gerne wieder treffe. Sicher werden ein paar schöne Freundschaften auf diese Weise entstehen. Nur zum Tanzen bin ich vielen Thais wohl nicht geheuer. Könnte an meinem ausgeprägten Hang zur Tollpatschigkeit liegen.
Gestern bin ich einmal um den Block gelaufen hier. Neben dem Ghost Tower, der gleich hinter unserem Hostl steht, gibt es eine ganze Straße voll mit Schulen, die sich aneinander reihen. Nachmittags gegen halb vier kommen die Schüler alle aus den Gebäuden, steigen auf motorcicle taxis, spielen verstecken hinter tuk tuks und belagern die Essensstände. Direkt im Anschluss Kläranlagen, Müllhalden, Schnellstraßen und Wohnviertel die aussehen als hätte man Schuhkartons wild aufeinander gestapelt. Noch eine Sandfabrik und ein überraschend westliches Café und ich bin wieder am Hostel angekommen. 20 Minuten weg in der Nachmittagshitze und ich brauch wieder erfrischung durch die Klimaanlage. Zeit mal etwas über den Ghost Tower heraus zu finden. ZInzwischen von der Polizei bewacht ist er seit 20 Jahren das Relikt eines ungleichen Rechtsstreits und der thailändischen Finanzkrise. Vor gut zwei Jahren hat sich dort ein schwedischer Backpacker das leben genommen. Gefunden wurde er mitten in der Nacht von einem Fotografen, der eigentlich nur das Feuerwerk des Festtags von dort aus festhalten wollte. Er ist nicht der Einzige, denn das 49 stockwerk hohe Gebäude in Flussnähe gewährt denen einen überwältigenden Ausblick, die den 30 minütigen Aufstieg durch Bauschutt und Grafitti bewältigen. Das zieht jeden Tag viele junge Menschen an. Auch der Schwede ist keine Ausnahme. Viele Thais halten sich lieber von dem Gebäude fern, das so schnell auch nicht fertig gestellt werden wird.
Beim sitzen vor dem Hostel schweifen meine Gedanken zu all den Dingen die bald kommen. Hanna hat schon ihre Zusage für Israel - am 7. März kommt sie hoffentlich per Mail auch zu mir. Trotz der vielen Zeit habe ich mein Hebräischbuch noch nicht angefasst. Zu viele Gedanken schwirren in meinem Kopf herum. Es geht um meine Zukunft und die muss ich aktiv planen - auch wenn noch so viel Zeit zu sein schein. Im Fokus stehen neben dem Hebräisch lernen noch ein Back-Workshop in Chiang Mai, in dem es um natürliche Hefen aus Früchten und die Arbeit in einem philanthropischen Projekt rund um eine Kaffee Initiative in Laos. Ich hoffe, dass mich beides sehr viel weiter bringen wird denn dann tue ich Dinge, die ich sehr liebe.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen