Das Phosy Thalang Guesthouse liegt ganz idyllisch. Die erste Etappe auf dem Loop ist geschafft. Wir sind lange gefahren und haben die letzten Kilometer im dunkeln fahren müssen. In Sichtweite ist hier fast nichts, aber es gibt natürlich ein kleines Dorf und den Tempel. Einschlafen in den Geräuschen der Nachttiere, geweckt wird durch den typischen Lautsprecher des Tempels um 6 Uhr morgens. Alles wie immer, abgesehen davon, dass um 9 Uhr morgens nicht Morgenhitze sondern frieren angesagt ist. Es ist bewölkt in den Bergen und die Sonne kommt nur selten hervor. Draußen zu sitzen ist zu kalt und ich frage mich, wie ich gleich aufs Bike steigen soll ohne zu erfrieren. Ich habe natürlich keine entsprechenden Kleider mitgenommen. Das ist definitiv der Hinweis, wieder mehr auf mein Bauchgefühl zu hören und mich besser auf Touren vorzubereiten! Die Jungs in Nakhon Phanom hatten den kalten Wind aus China sogar angekündigt.
Laos ist ganz wunderbarer Ort. Anders als die Thailänder haben es die Laoten gern sauber und ordentlich. In der Stadt steht neben jedem Haus ein Mülleimer aus alten Gummireifen. Rund um die Hütten ist es fast immer sehr ordentlich. Die Landschaft entlang des Loops ist überwältigend schön. Die erste Etappe geht entlang zerklüfteter hoher Felsen so weit man schauen kann. Blaue Berge in der Ferne, in Dunst gehüllt. Einige bewachsen mit Bäumen und anderem Grün, andere ganz kahl und hart. Felder und Bäume säumen die Straßen, manchmal auch ein Reisfeld. Tiere laufen immer wieder alleine die Straßen entlang, grasen und schauen sich die Landschaft an. Wasserbüffel, helle abgemagerte Rinder, Schweine und Ziegen, alle mit ihren Jungtieren. Immer wieder fährt man durch kleine Orte aus Holzhütten, manchmal auch aus Stein. Alle haben eine Satelitenschüssel. Winkende Kinder stehen an der Straße, alle sind freundlich und lächeln.Es ist kaum zu glauben, dass es hier abends so gefährlich ist.
Aus anfänglichen Gesprächen mit Ferdinand ist inzwischen ein angestrengtes nebeneinander geworden. Ich glaube wir gehen uns gegenseitig auf den Keks. Wir sind gemeinsam los gefahren und wir werden den Loop auch gemeinsam beenden. Ich habe mein eigenes, halbautomatisches motorcycle. Ich kann damit rumfahren und freue mich jede Sekunde die ich unterwegs bin über die gerade gewonnene Mobilität. Ich kann hin gehen wohin ich will, sobald ich mir ein motrcycle geliehen habe. Pläne für die Zeit nach dem Loop habe ich heute morgen schon gemacht. Es geht nach Pakse und von dort aus zum Jhai Coffee House, Wat Phou einem Unesco Weltkulturerbe, zum Bolaven Plateau wo es viel Kaffee gibt und dann weiter zu den 4000 Islands, dem Inselareal im Mekong.
Weiter geht es in der Eiseskälte, der Wind aus China setzt allen ganz schön zu. Den Berg herrunter, 30 km Strecke habe ich so gefrohren, dass ich nun nieße und nicht mehr richtig warm werde. Auf dem Weg haben wir uns mit Iceland zusammengeschlossen. Ein Typ aus Island, der eigentlich Jon heißt. Endlich in der nächsten Stadt angekommen decken wir uns mit Sweatjacken und langen Hosen ein. Dort kommt auch eine 5-köpfige Gruppe an, die wir an einer Aussichtsplatform schon einmal gesehen haben. Wir gehen gemeinsam essen und es beginnt zu regnen. Als wäre es nicht schon schlimm genug. Immerhin gibt es an dem Kleidungsstand nun auch Regenzeug. Statt einem Regencape kaufe ich mir eine Kombination aus Jacke und Hose, zu klein natürlich. Socken und Handschuhe auch noch. So geht es weiter und endlich kann ich die Landschaft genießen! Es ist wunderschön! Wie überall hier. Irgendwann wird es warm genug um die Regenhose auszuziehen, ich bin sogar kurz davor die lange Hose gleich mit in den Rucksack zu stecken. 20 Kilometer weiter bin ich dankbar, dass ich sie anbehalten habe. Eine Pfütze und die Gedanken schon beim Abbiegen rutscht mein Vorderrad weg. Zweit Meter rutschen über den Asphalt und ich liege under dem Bike. Die Kamera zwischen mir und der Straße, zum Glück ist Iceland hinter mir, hilft mir auf und checkt das Bike durch. Ein großer Schock doch mir und dem Bike ist fast nichts passiert. Einen dicken blauen Fleck werde ich direkt neben dem vom Zip Linen bekommen. Und mein linker Ellenbogen ist aufgeschrappt. Zum Glück ist es nicht so heiß, dass sich gleich Bakterien in der Wunde entwickeln.
Wir schauen uns die Cold Springs an, die sehr unspektakulär sind. Ein natürlicher Teich mit sehr klarem Wasser, zum Baden ist es natürlich immer noch zu kalt. Der Weg dahin ist jedoch überwältigend. Eine Felswand so weit das Auge reicht, davor rote Erde mit einigen Stäuchern. So viel Weite macht atemlos, selbst wenn das Herz noch klopft. Weiter, Kilometer um Kilometer. Die Sonne geht langsam unter und wir fahren im Halbdunkeln Berge rauf und wieder runter. Als wir dann zur Conglor Cave aufbrechen ist es schon sehr duster. 30 Kilometer auf schlechten Straßen und holprigen Wegen kommen noch. Schlaglöcher sehe ich erst Sekunden bevor ich ausweichen muss, meine Tanknadel wandert so schnell, dass mir bang wird. Ich bin froh, als ich endlich in meinem Bett liege. In voller Montour. Benzin gibt's am nächsten Tag aus der Flasche.
Wir schauen uns die Cold Springs an, die sehr unspektakulär sind. Ein natürlicher Teich mit sehr klarem Wasser, zum Baden ist es natürlich immer noch zu kalt. Der Weg dahin ist jedoch überwältigend. Eine Felswand so weit das Auge reicht, davor rote Erde mit einigen Stäuchern. So viel Weite macht atemlos, selbst wenn das Herz noch klopft. Weiter, Kilometer um Kilometer. Die Sonne geht langsam unter und wir fahren im Halbdunkeln Berge rauf und wieder runter. Als wir dann zur Conglor Cave aufbrechen ist es schon sehr duster. 30 Kilometer auf schlechten Straßen und holprigen Wegen kommen noch. Schlaglöcher sehe ich erst Sekunden bevor ich ausweichen muss, meine Tanknadel wandert so schnell, dass mir bang wird. Ich bin froh, als ich endlich in meinem Bett liege. In voller Montour. Benzin gibt's am nächsten Tag aus der Flasche.
Die Sonne steht schon hoch über der Höhle. Es müsste brennend heiß sein, ein Plätz im Schatten wäre gut. Statt dessen sitze ich vor einem Blumenfeld, es ist angenehm frisch aber nicht mehr kalt. Man spürt endlich wieder, wie viel Kraft die Sonne hat, wenn die Wolken verschwunden sind. Jetzt ist die Welt wieder in Ordnung, auch wenn ich gerade nicht viel Abenteuerlust verspüre sondern eher zurück will. 5 Stunden Fahrt liegen noch vor uns, dann haben wir den Loop in 2,5 Tagen befahren und nur ganz wenig gesehen.
Die Fahrt zurück über holprige Straßen zeigt die umwerfend schöne Landschaft in dem Tal. Blumenfelder in zartem rosa, Reisfelder in strahlendem grün, blauer Himmel und die Felskette. Wir fahren zu schnell, als dass ich alles in mich aufsaugen könnte, nur kleine Bilderfetzen bleiben in meinem Gedächtnis. Ein besonders satt grünes Reisfeld, ein großes dickes Schwein tief im Schlamm, ein kleines gesprenkeltes Schweinchen das mit wippenden Ohren über die Straße flitzt, eine ganze Herde riesiger Wasserbüffel mitten auf der Straße, ein besonders süßes kleines grinsendes Baby im Guest House, Täler voll mit Bäumen und grünem Chaos, endlos lange Bergketten, Schmetterlinge neben mir wärend ich auf dem Bike fahre, glühende Baumstämme in großen Seen, blaue Berglandschaften im Nebel, wolkenverhange Himmel.
Den Loop mache ich vielleicht noch einmal, es ist wirklich traumhaft schön.
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